Atelier in der Kirche:Eine Zeit, dass Kirchenräume sich öffnen und weiterentwickeln


„Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ – Mit diesen berühmten Worten aus dem Buch Kohelet (Kapitel 3, Vers 1) begann das Atelier in der Kirche, das bereits zum vierten Mal in Oberwesel stattfand.
„Das Atelier in der Kirche ist kein Malkurs, der Techniken lehrt, sondern eröffnet Raum für die Auseinandersetzung mit dem Thema „Alles hat seine Zeit“. Es hilft, innere Prozesse kreativ mit (der) Farbe umzusetzen“, erläutert der Künstler Jörg Frank, der gemeinsam mit Dekan Joachim Fey vom Pastoralen Raum Sankt Goar das Atelier leitete. „Wir nutzen Kirche als Raum zur Inspiration. Die Martinskirche hier in Oberwesel bietet dabei sehr gute Bedingungen: Der Ort des Gebets inspiriert zur bildenden Kunst, das Sonnenlicht durchflutet den Raum und ist ein guter Arbeitsplatz“, ergänzt der Dekan.

Das Thema „Alles hat seine Zeit“ regte die Teilnehmenden zur persönlichen Reflexion der eigenen Lebensphasen an. Auf den geistlichen Impuls aus dem Buch Kohelet folgte am Freitagabend eine erste Fingerübung unter der Anleitung des Künstlers. „Die Flechtbänder erzählen von Bewegung und Unendlichkeit“, beschreibt der Künstler und leitet zur Dreispirale, einem der ältesten keltischen Zeichen, über. Die drei Spiralen stünden für Geburt, Leben und Tod – für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – oder Körper, Seele und Geist. „Die Bewegung der Linien führt uns so zurück zu unserem Ausgangspunkt: Alles hat seine Zeit. Alles ist in Bewegung. Alles fließt.“ Diese spirituellen Gedanken erweckte die Kreativität der Anwesenden. So lobte eine Teilnehmerin: „Die meditative Einführung, das Ambiente in der Martinskirche und die Unterstützung durch den Künstler waren großartig.“
Alle Teilnehmenden suchten sich im Kirchenraum einen für sie passenden Platz aus. Hier entstanden einzigartige Kunstwerke mit Acrylfarbe auf unterschiedlich großen Formaten. Begleitet wurden sie durch den Künstler, der bei der kreativen Umsetzung oder technischen Problemen der eigenen Entwürfe helfend zur Seite stand. Die Veranstaltung schloss mit einer Vernissage.

„Ich konnte zwei ausdrucksstarke Bilder malen, die mir jetzt gut gefallen“, berichtet ein Besucher des Ateliers in der Kirche. „Besonders das Miteinander der Teilnehmer und die Unterstützung durch den Künstler haben mir sehr gut gefallen. Ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei“, ergänzt ein anderer.
Auch die Veranstalter zeigen sich zufrieden: „Besonders die neue Service-Box in der Kirche hat sich bewährt, denn endlich gibt es Möglichkeiten zur Bewirtung und zur Nutzung eines WCs. Dies war möglich durch einen erfolgreichen LEADER-Antrag“, berichtet Joachim Fey. Alles habe seine Zeit. So sei es auch an der Zeit, dass „Kirchenräume sich öffnen und weiterentwickeln müssen, um ihre Wirkung und Nützlichkeit in veränderten Zeiten neu zu zeigen“, so der Dekan.
Das Atelier wurde veranstaltet vom KGV Pastoraler Raum Sankt Goar in Kooperation mit der Katholischen Familienbildungsstätte Koblenz e.V./Mehrgenerationenhaus Koblenz/Haus der Familie Sankt Goar und der Pfarrei St. Nikolaus Mittelrhein-Höhe.
