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2. Dialog der Religionen:Mit Abraham gemeinsame Traditionen und Perspektiven entdecken

Beim zweiten Dialog der Religionen in Oberwesel entdeckten die Teilnehmenden unterschiedliche Perspektiven auf Abraham und ihre gemeinsamen Glaubenswurzeln.
Gemeinsam in den Religionen unterwegs
Datum:
30. Okt. 2026
Von:
Jonas Reinhardt

Abraham ist im Judentum, Christentum und Islam zu Hause, doch jede Tradition erzählt auf ihre eigene Weise von ihm. Beim 2. Treffen des „Dialogs der Religionen“ vom Café Global in Oberwesel wollten wir diese unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen und miteinander entdecken, was uns verbindet. In geselliger Runde kamen Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen, Musliminnen und Muslime sowie weitere Interessierte zusammen. Gemeinsam wollten wir den Wurzeln unserer Religionen nachgehen und erfahren, was sie uns heute zu sagen haben.

Schon die erste Runde zeigte, dass Abraham für die Anwesenden ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte bereithielt. Manche erinnerten sich an Geschichten aus ihrer Kindheit, andere brachten Erfahrungen aus ihrer eigenen Glaubenstradition mit. Eine Einführung in Abrahams Lebensgeschichte und seine Familie schuf eine gemeinsame Grundlage. Anschließend eröffneten die jüdische, christliche und muslimische Perspektive jeweils einen eigenen Blick auf seine Bedeutung als Stammvater und Träger des Bundes mit Gott, als Vorbild im Vertrauen auf Gottes Zusage und als Glaubensvorbild, dessen Segen und Geschichten auch über Ismael weitergeführt wird.

Besonders lebendig wurde der Abend im gemeinsamen Gespräch. In der großen Runde tauschten wir uns darüber aus, was uns neu war, was uns vertraut erschien und wo wir Verbindungen zu unserem eigenen Leben entdeckten. Dabei blieb es nicht bei Fragen zu Abraham. Wir erzählten von persönlichen Erfahrungen, kamen über die anderen Religionen ins Gespräch und überlegten miteinander, was wir aus dem Gehörten für unser Zusammenleben heute mitnehmen können. Vertrauen, Gastfreundschaft und die Frage, wie wir füreinander zum Segen werden können, bekamen so einen ganz persönlichen Bezug.

Im Zuhören und Weiterfragen wuchs das Bewusstsein dafür, wie nah die abrahamitischen Religionen einander stehen. Ihre Verbindung reicht über Abraham als gemeinsamen Urvater hinaus. In den Geschichten von Gottes Begleitung, seinem Segen und dem Aufbruch im Vertrauen begegnen uns Erfahrungen, die wir miteinander teilen. Die unterschiedlichen Überlieferungen ergänzten und bereicherten dabei den Blick auf Abraham und ebenso unser Verständnis füreinander.

Zum Abschluss brachten wir das, was uns bewegte, gemeinsam vor Gott. Den Rahmen gab dieses Mal die muslimische Gebetstradition in der Form des Bittgebetes. Darin fanden unsere Gedanken, unsere Bitten, unser Dank und unsere Liebe zu Gott ihren Ausdruck. Nach dem gemeinsamen Nachdenken und Erzählen war dies ein ganz besonderer Moment der Verbundenheit.

Eine Rückmeldung aus der Runde fasste diese Erfahrung in Worte: „Ich habe heute gemerkt, wie nah wir eigentlich zusammenstehen und doch nicht so weit weg voneinander sind. Dafür bin ich dankbar.“

Veranstalter war der KGV Pastoraler Raum Sankt Goar in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier.