Pastoraler Raum Sankt Goar – Café Global:Gemeinsam auf der Suche auf dem Dialog der Religionen


Schon beim Ankommen wurde spürbar, dass dieser Abend nicht nur um ein Programm im klassischen Sinne war, sondern vielmehr um echte Begegnung und Suche. Die Liebfrauenkirche bot genau dafür mit ihren reichhaltigen Bildern, ihrer Atmosphäre und der Größe einen passenden Rahmen. Sie war damit nicht nur ein Ort, sondern auch gleichsam Gesprächspartner, da viele Impulse direkt an die einzelnen Elemente im Kirchraum anknüpften.
Im Mittelpunkt stand ein gemeinsamer Rundgang durch die Kirche mit verschiedenen Impulsen zu einzelnen Teilen und Themen in der Kirche. Diese reichten dabei von Maria, über Gemeinschaft bis hin zum Gebet an Gott. Dabei ging es weniger darum fertige Antworten zu geben, sondern vielmehr darum, Einblicke in das eigene religiöse Leben und Erfahrungen miteinander zu teilen. Die Bibel und der Koran kamen dabei immer wieder miteinander ins Gespräch, als zwei Stimmen, die sich gegenseitig ergänzen konnten.
Die große Offenheit und das ehrliche Interesse am Anderen prägten die gesamte Atmosphäre der Veranstaltung. Dabei ging es nicht darum, bestehende Unterschiede aufzulösen, sondern diese wahrzunehmen und stehen zu lassen, um genau darin einander zu begegnen und auch der Suche nach Gott ein Stück näher zu kommen.

Ein magischer Moment entstand nochmal mit Musik. Huzeyfe spielte auf der Ney (arabische Flöte). Die Klänge erfüllten still den Raum und eröffneten noch einmal einen sehr persönlichen Zugang für das eigene Gebet und den Nachklang des Abends.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Fürbittengebet, das sich an den einen Gott richtete, den ChristInnen und MuslimInnen ansprechen. In den Bitten ging es um die Suche nach Gott, um die Gemeinschaften, aber besonders um die Menschen, die in Not sind.
Viele TeilnehmerInnen waren von diesem Abend sehr berührt. So wünschten sich einige doch gerne noch weitere Möglichkeiten des Austausches und der Begegnung und drückten auch ihre Überraschung darin aus, wie viel diese zwei Religionen doch auch gemeinsam haben. So ist die Suche nach Gott an dieser Stelle noch nicht zu Ende, doch genau in der friedlichen Begegnung der Religionen untereinander kann seine Liebe und Nähe zu den Menschen sichtbar werden.
