Erzählfigurenkurs im Pastoralen Raum Sankt Goar:Begeisterte Erzählungen ohne Worte

Biblische Erzählfiguren drücken Gefühle aus

„Jede Figur sagt auch etwas über den aus, der sie gemacht hat“, stellt eine Teilnehmerin des Werk- und Gestaltungskurses zur Herstellung Biblischer Erzählfiguren (BEF) fest, der vom Pastoralen Raum Sankt Goar und der Katholischen Familienbildungsstätte Koblenz e.V. / Haus der Familie Sankt Goar in Emmelshausen veranstaltet wurde.
Katrin Hoffmann, zertifizierte Kursleiterin der Arbeitsgemeinschaft Biblischer Figuren, leitete die Teilnehmenden bei der Herstellung an. „Die Biblischen Erzählfiguren sind aufgrund ihres Sisalgestells beweglich. So können sie vielfältige Körperhaltungen und damit auch Gefühle ausdrücken, um so dem Betrachtenden die Identifikation mit den dargestellten Menschen zu erleichtern“, berichtet Hoffmann. Für viele, denen die Figuren erstmals begegnen, sei irritierend, dass diese kein Gesicht haben. Doch genau darin unterscheiden sie sich von Puppen: „Stellt euch mal einen wütenden Jesus vor, der mit einem Strahlen im Gesicht die Händler aus dem Tempel vertreibt“, so die Kursleiterin augenzwinkernd.
Von Pharaonen, Engeln und dem Heiligen Geist

„Durch die speziell für sie genähte Kleidung und passende Accessoires werden die Figuren zu Persönlichkeiten aus Bibel und Kirchengeschichte und erzählen von der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen“, berichtet Pastoralreferent Tobias Petry vom Pastoralen Raum. So sind 15 außergewöhnliche Geschichtenerzähler entstanden, darunter Engel, Pharaonen, Weise aus dem Morgenland, Kinder und starke Frauen.
Inhaltlich stand der Kurs unter dem pfingstlichen Thema „Heiliger Geist“. Wie in der Erzählung aus der Apostelgeschichte, worin der Heilige Geist am Pfingstfest die Menschen erfüllt, sodass sie einander in ihrer Muttersprache verstehen (Apg 2,1-13), so sprechen auch die Biblischen Erzählfiguren im übertragenden Sinne für sich, so der Pastoralreferent. Durch ihre Körperhaltung erzählen sie dem Betrachtenden von Wut, Traurigkeit, Freude oder Liebe – und begeistern ganz ohne Worte und doch für jeden verständlich.
Gestaltungselemente erläutern den Einsatz der Figuren

Nicht nur die Herstellung eigener Figuren, sondern auch Gestaltungselemente waren Teil des Kurses. Indem beispielsweise alle Teilnehmenden eine Situation bzw. Aussage mit Hilfe der Figuren darstellten, lernten sie Gestaltungsgrundlagen kennen und setzten diese spielerisch um. Dabei gab Katrin Hoffmann Hinweise zur Handhabung und Einsatzmöglichkeiten der Figuren. Diese beschränken sich nicht nur auf die Adventszeit, sondern sind auch im Kindergarten, der Grundschule oder der Erwachsenenbildung vielfältig einsetzbar.
Der nächste Kurs findet voraussichtlich im Herbst in Emmelshausen statt.
