Pastoraler Raum Sankt Goar:Kirchliche Statistik 2025

Statistische Daten zur Fläche und den Mitarbeitenden
Die Fläche des Pastoralen Raumes Sankt Goar beläuft sich auf 373,85 qkm. Ihm sind vier Pfarreien zugeordnet: Mittelrhein St. Josef, St. Nikolaus Mittelrhein-Höhe, St. Urban Oberer Mittelrhein und Vorderhunsrück St. Hildegard.
Es gibt (Stand 31.12.2025) insgesamt 11 Priester im aktiven Dienst, davon 4 leitende Pfarrer, 3 Kooperatoren, zwei Priester, die der Pfarrei zugeordnet sind, und 2 Kapläne in der Ausbildung, sowie 7 Ruhestandsgeistliche. Im Pastoralen Raum Sankt Goar arbeiten zusätzlich 1 Diakon mit Zivilberuf, 1 Diakon im Ruhestand, 1 Pastoralreferent und 3 Gemeindereferent*innen. 1 Pastoralpraktikant, 1 Pastoralassistent sowie 1 Gemeindeassistentin absolvieren ihre Berufseinführung in den Pfarreien und dem Pastoralen Raum.
Anzahl der Mitglieder

Im Pastoralen Raum Sankt Goar lebten zum Ende des Jahres 2025 insgesamt 19.113 Katholikinnen und Katholiken (mit Hauptwohnsitz). Das sind gegenüber dem Vorjahr 554 oder 2,82 Prozent weniger. Dieser Rückgang entspricht auch dem durchschnittlichen Rückgang im Bistum Trier (2,9 Prozent) und den deutschen Diözesen (2,83 Prozent).
Der Anteil der katholischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung im Pastoralen Raum Sankt Goar lag 2025 bei 42,80 Prozent. In ganz Deutschland waren Ende 2025 23 Prozent der Gesamtbevölkerung katholisch, im Bistum Trier 43,4 Prozent.
Das Durchschnittsalter der katholischen Bevölkerung liegt im Pastoralen Raum bei 51 Jahren.
Vergleicht man die Entwicklung der letzten dreißig Jahre, so stellt man fest, dass die Katholikenzahlen kontinuierlich sinken. 1995 waren es noch 35,68 Prozent mehr Katholiken als 2025. Besonders gravierend sind die Tendenzen der letzten zehn Jahre. Hier gibt es im Durchschnitt jährlich mehr als 500 Katholiken weniger. Folgt man diesem Trend, so werden in zehn Jahren weniger als 14.000 und in zwanzig Jahren weniger als 9.000 Katholiken im Pastoralen Raum Sankt Goar leben.
Entscheidungen für oder gegen Kirchenmitgliedschaft
287 Personen sind im Jahr 2025 aus der Kirche im Pastoralen Raum Sankt Goar ausgetreten. Das sind 18 Austritte weniger als im Vorjahr.
Von zuvor aus der katholischen Kirche ausgetretenen Personen haben sich im Jahr 2025 im Pastoralen Raum Sankt Goar sieben für eine Wiederaufnahme entschieden.
Eingetreten aus anderen christlichen Konfessionen ist niemand.
Taufen

Im Pastoralen Raum Sankt Goar wurden im Jahr 2025 insgesamt 114 Personen katholisch getauft. Der Wert liegt 5 Prozent unter dem Vorjahr (120).
Erstkommunionen

Im Jahr 2025 empfingen im Pastoralen Raum Sankt Goar 134 junge Menschen die Erstkommunion. Die Zahl sinkt damit um 17,79 Prozent (163).
Firmungen

Firmungen finden im Pastoralen Raum Sankt Goar nicht flächendeckend und jährlich statt, die Zahlen schwanken daher merklich von Jahr zu Jahr. 2025 wurden 147 Personen gefirmt.
Trauungen

Kirchliche Trauungen sind stark zurückgegangen – im Jahr 2025 fanden im Pastoralen Raum Sankt Goar nur 17 Trauungen statt. Er liegt 37,04 Prozent unter dem Vorjahr (27).
Bestattungen

Im Jahr 2025 wurden im Pastoralen Raum 311 Menschen katholisch bestattet. Das ist ein merklicher Zuwachs von 7,99 Prozent gegenüber dem Vorjahr (288).
Der Vergleich der vergangenen 30 Jahre zeigt, dass die Zahl derer, die kirchlich bestattet werden wollen, durchschnittlich bei 328 Bestattungen pro Jahr liegt. Trotz sinkender Katholikenzahlen nehmen noch viele Menschen ein kirchliches Begräbnis in Anspruch. Nimmt man die Zahl der Taufen der letzten 30 Jahre zur Grundlage, wird auch in diesem Bereich perspektiv ein deutlicher Rückgang um mehr als die Hälfte zu verzeichnen sein.
Gottesdienstbeteiligung

Auch die Zahl der Gottesdienstbesuchenden nimmt seit 30 Jahren stark ab: Während 1995 noch 6.718 Menschen gezählt wurden, waren es 2025 nur noch 1.206 Personen. Die Zahlen liegen leicht über dem pandemiebedingten Tiefststand von 2021 (1.110), sind aber seit 2023 weiter rückläufig.
Ausblick
Die kirchliche Statistik zeigt deutliche Tendenzen: Die katholische Kirche im Pastoralen Raum Sankt Goar wird kleiner werden. Die Folgen sind schon heute spürbar: weniger Personal, weniger finanzielle Mittel, weniger Gebäude. Faktisch wird deutlich, was die Trierer Bistumssynode bereits vor 10 Jahren festgestellt hat:
„Bisherige Antworten passen nicht mehr; die Lebenswirklichkeiten der Menschen haben sich radikal verändert. Deshalb braucht es eine pastorale Umkehr in den Pfarreien, die sich mutig und radikal – im Sinne von ‚bis an die Wurzel (lat.: radix) gehend‘ – neu ausrichten: Zum einen an der Wurzel, die Jesus Christus ist, zum anderen an den Lebenswirklichkeiten der Menschen.“
Rahmenleitbild für die Pfarrei und den Pastoralen Raum, Nr. 2.
Die Statistik zeigt aber auch, dass Kirche dort gesellschaftlich relevant bleibt, wo sie Halt und Orientierung gibt, gerade bei Bestattungen und an Lebenswenden.
Was die Statistik nicht abgebildet, sind die Gelegenheiten, Begegnungen und „Orte von Kirche“, an denen sich die pastorale Arbeit an den Lebenswirklichkeiten der Menschen ausrichtet: im Café Global, durch die Seelsorge-Angebote, die Kranken(haus)seelsorge, in den katholischen Kitas, in den Katholisch Öffentlichen Büchereien, in den Verbänden und Vereinen, uvm. Auch zeigt sie nicht das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Menschen.
Zusammengefasst müssen wir uns im Pastoralen Raum Sankt Goar verstärkt der Frage stellen müssen:
Wozu sind wir Kirche?
