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Mt 18,21-35:Fehler einstehen und um Vergebung bitten

Fußball
Datum:
11. Sep. 2023
Von:
Friedhelm Wessling

Die Niederlage gegen Japan brachte das Fass zum Überlaufen. Bundestrainer Hansi Flick ist Geschichte. Nach Meinung einzelner Fußballexperten hätte man ihn schon nach dem Vorrundenaus bei der WM in Katar in die Wüste schicken müssen. Stattdessen bekam er die Chance weiterzumachen, bis jetzt sozusagen die Reißleine in Bezug auf die EM im kommen Jahr gezogen wurde.
Irgendwann ist wohl alle Geduld aufgebraucht und es muss ein Schlussstrich gezogen werden. Aber wann genau ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich im echten Leben nicht mehr so weitermachen kann wie bisher?
Das Sonntagsevangelium bringt in dieser Lage das Wort „Vergebung“ ins Spiel. Nicht siebenmal, am besten siebenmal siebzigmal soll ich vergeben, wir hier vorgeschlagen. Das ist als Tipp sicher gut gemeint, aber wohl doch eher unrealistisch. Hier hat wohl jeder von uns seinen eigenen Maßstab. Der eine kann ohne Vergebung nicht ins Bett gehen, die andere lehnt das Gespräch einfach ab.
Vergeben ist eine Kunst und Nicht-Vergeben kann zur Belastung werden. Alte Wunden schmerzen lange, wenn keine Vergebung stattgefunden hat.
Viele von uns kennen noch den Begriff Beichte. Jede Beichte ist ja im letzten der Versuch, Vergebung zu erlangen. Dabei bekenne ich mein Versagen frei heraus und hoffe auf Lossprechung durch mein Gegenüber.
Es ist ein großer Schritt, eigene Fehler einzugestehen und um Vergebung zu bitten.
Bundestrainer Flick stellte im Interview nach dem 1:4 gegen Japan fest, so weiter machen zu wollen wie bisher. Mit dieser Aussage forcierte er wohl indirekt seinen Rauswurf.
In vielen Situationen ist es nicht gut, wenn wir so weitermachen wie bisher. Ein klares Wort zur rechten Zeit, das Eingestehen eigener Schuld und die ehrliche Bereitschaft zur Vergebung ist nicht einfach. 
Wer immer nur damit rechnet, dass wohl schon Gras über eine Sache wachsen wird, der wird kaum erfahren, wie befreiend Verzeihen und Vergeben ist.