Fixpunkt, erschienen in der RZ am 25.09.2026:Was wir vom Messdienersein lernen können

"Auf keinen Fall da stehen, wo schon einer steht- ihr macht das schon gut". Diesen Spruch hat mein Heimatpfarrer immer bei den Ministranten gebracht, die neu in den Dienst aufgenommen worden sind und anfänglich etwas aufgeregt waren.
Das Wort MinistrantIn kommt vom lateinischen Wort "ministrare" und heißt "dienen" und auch das hier üblichere Wort MessdienerIn drückt aus, dass sie Helfer in einer besonderen Sache sind. Als MessdienerIn kann man nach der Erstkommunion beginnen und bis ins hohe Alter aktiv sein und im Gottesdienst helfen. Im Gottesdienst gibt es verschiedene Aufgaben, abhängig von der Art des Gottesdienstes, dazu gehört das Bringen von liturgischen Gegenständen, die Kollekte einsammeln und das Läuten der Glocken, um nur einige Beispiele zu nennen.
Messdiener gibt es schon sehr lange, wahrscheinlich so lange wie Christen Gottesdienst feiern. Um 200 nach Christus wurde zum ersten Mal der Dienst erwähnt und beschrieben. Am Anfang waren es ausschließlich Jungen und Männer, da ihr Dienst lange Zeit eine Vorstufe der Priesterausbildung war, der sogenannte „Akolythat“.
Erst vor ca. 60 Jahren fand das Zweite Vatikanische Konzil in Rom statt und dort wurde festgelegt, dass nicht nur Priester und Männer die Messe gestalten sollen, sondern alle Mitfeiernden Anteil nehmen dürfen. Somit wurden die Dienste erweitert und eben auch der Messdienerdienst für Mädchen geöffnet.
Ich weiß nicht ob sie selbst MessdienerIn oder MinistrantIn waren oder jemanden kennen der diesen Dienst ausgeübt hat? Ich war viele Jahre Ministrantin und dieser Dienst hat mich sehr geprägt. Bis heute lernen unsere MessdienerInnen viel durch ihren Dienst. Ich nehme Verantwortungsbereitschaft und Zuverlässigkeit wahr und den Umgang mit religiösen Ritualen und Traditionen. Im Gegenzug sind wir, die wir Gottesdienste feiern, immer sehr dankbar, wenn es MessdienerInnen gibt, die ihren Dienst tun und uns unterstützen und helfen.
An diesem Sonntagnachmittag treffen sich die MessdienerInnen aus dem ganzen Pastoralen Raum Sankt Goar auf dem Gelände der Realschule Marienberg in Boppard, um gemeinsam einen Nachmittag zu verbringen. Sie werden Gemeinschaft erleben, den Patron der MessdienerInnen kennenlernen und Zeit in vielfältigen Workshops mit anderen MessdienerInnen verbringen. Uns MessdienerInnen begleitet eine Haltung: Kirche lebt davon, dass Menschen nicht nur zuschauen, sondern sich auch einbringen!
